Erinnern Sie sich noch? Vor genau 60 Jahren startete die deutsche Bundesbahn eine der erfolgreichsten Kampagnen. Und im Gegensatz zu Anke Engelkes zehnteiliger YouTube Serie “ Boah, Bahn! Wir sitzen alle im selben Zug.“ -die mittlerweile Kultstatus erreicht hat – wird hier beschrieben, was die Bahn Positives kann. Und nicht mehr oder weniger witzig entschuldigt, was alles nicht richtig läuft.
Nach 60 Jahren ist die von der Werbeagentur McCann Erickson entwickelte Kampagne aktueller denn je – jedenfalls in ihrem ersten Teil. Alle reden vom Wetter.
Stellt Euch vor es ist Winter und es schneit und ist kalt
Heute verursacht schon ein kleiner Wintereinbruch Chaos. Und Katastrophenberichterstattung über drohende Ausnahmezustände. Es ist offenbar alljährlich immer wieder neu eine Überraschung: im Winter fällt Schnee, die Temperaturen gehen unter 0 Grad und es friert. Vor 60 Jahren war es normal, dass die Bahn auch unter solchen schwierigen Wetterbedingungen fahren kann. Man war stolz darauf und wollte sich auf Kosten der anderen Verkehrsträger positiv profilieren.
Regierender Bürgermeister bettelt um Streusalz
Der Einsatz von Streusalz und anderer Taumittel ist in Berlin weitgehend verboten. Während bei eisglatten Gehwegen die Zahl der Verletzungen sprunghaft stieg bettelte der regierende Bürgermeister um eine schnelle Gesetzesänderung um diesen unhaltbaren Zustand zu ändern. Denn die Bürger und Krankenhäuser sollten vor Knochenbrüchen geschützt werden – mindestens so wichtig wie der Schutz der Umwelt. Sollte man meinen. Dieser Vorgang beleuchtet schlaglichtartig, warum wir da sind wo wir sind.
Bild Zeitung zu Schleuse Geesthacht
Auch wir schafften es zu trauriger Prominenz: “ Kilometerlanger Stau im Kanal. XXL – Schleuse nicht winterfest! Schiffe bleiben stecken … dabei ist das Problem seit Jahren bekannt.“ so titelt die Bild Zeitung Ende Januar 2026. Und traf damit ins Schwarze. Trotz absehbar schlechter klimatischer Bedingungen wurde versäumt, die vorhandenen Eisbrecher rechtzeitig einzusetzen. Während überall sonst es für unseren Sektor nicht zu wesentlichen Beeinträchtigungen kam war es im Schiffshebewerk Lüneburg – Scharnebeck nicht möglich eine reibungslose Schiffahrt zu ermöglichen. In Folge lagen über 50 Schiffe tagelang fest und erlitten erhebliche wirtschaftliche Beeinträchtigungen. Erneut zeigt sich , wie wichtig mutige und entscheidungsfreudige Mitarbeiter in den Ämtern der GDWS sind. Nur wenn rechtzeitig und verantwortungsvoll für die Kunden der GDWS – also uns- die richtigen Entscheidungen getroffen werden kann eine störungsfreie und durchgehende Schiffahrt mit zufriedenen Kunden sichergestellt werden. Andernfalls kommt es zu hohen wirtschaftlichen Schäden für unsere Partikuliere, Unzufriedenheit bei unseren Kunden und schlimmstenfalls Verlagerung weiterer Transport auf die Straße.
Wasser- und Schifffahrtsverwaltung sollte weniger vom Wetter, sondern mehr von seiner Bewältigung sprechen
Auf fast allen Teilen unserer Wasserstraßen war dies auch die gelebte Praxis. Dort stimmte der 60 Jahre alte Slogan der Bahn. Alle reden vom Wetter. Wir nicht. Weil wir rechtzeitig handeln und alles in unserer Macht Stehende tun, um 24/7 Schiffsverkehr zu ermöglichen. Wo das nicht geklappt hat, obwohl es möglich gewesen wäre, müssen mit den vorhandenen Finanzmitteln die Voraussetzungen geschaffen werden, dass sich Vorfälle wie in Geesthacht nicht wiederholen. Aus Fehlern lernen- das zeichnet intelligente Personen und Organisationen aus.





